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Ende des internationalen Künstler-Residenzprogramms „Pilotprojekt Gropiusstadt“ (For english version scroll down)

Ende des internationalen Künstler-Residenzprogramms „Pilotprojekt Gropiusstadt“

Trotz des in den vergangenen Wochen unermüdlichen Engagements vieler Personen aus Kunst, Kultur, Wissenschaft und Journalismus sowie der Unterstützung der Kooperationspartner Kulturamt Neukölln und Kulturnetzwerk Neukölln entschied die Deutsche Wohnen AG (Nachfolgerin der GEHAG GmbH), die Förderung des internationalen Künstler-Residenzprogramms „Pilotprojekt Gropiusstadt“ zum Jahresende einzustellen. Damit endet ein Projekt, das seit 2002 jährlich 30 bis 35 Künstlern aus aller Welt Gastaufenthalte und die Realisierungen temporärer öffentlicher Interventionen in Berlins ältester Trabantenstadt ermöglichte und aufgrund seiner sowohl hohen künstlerischen Qualität als auch seiner Kontinuität über ein exzellentes Renommee im In- und Ausland verfügt.

Wir bedauern die Entscheidung der Deutsche Wohnen AG zutiefst. Die zahlreichen und stetig zunehmenden Bewerbungen von Künstlern zur Teilnahme am „Pilotprojekt Gropiusstadt“ sind Indiz für seine Beliebtheit und seine Relevanz. Wir werden auch in Zukunft mit vollster Überzeugung Kunstprojekte initiieren, die sich dem Genre der temporären öffentlichen Intervention auf eine unkorrumpierbare Weise verpflichten: nämlich fernab von Eventkultur.

Birgit Anna Schumacher und Uwe Jonas
Initiatoren und Kuratoren

End of the 'Pilotprojekt Gropiusstadt' international artist-in-residence programme

Deutsche Wohnen AG (the successor to GEHAG GmbH) has decided to end its support for the 'Pilotprojekt Gropiusstadt' international artist-in-residence programme at the end of this year, despite the unwavering dedication of many people from the areas of art, culture, science and journalism and the support of our cooperation partners at the Kulturamt Neukölln (Neukölln Cultural Office) and the Kulturnetzwerk Neukölln (Neukölln Cultural Network). Thus a project will be ending that has enabled between 30 and 35 artists from all over the world to spend time and carry out temporary public interventions in Berlin’s oldest residential commuter development every year since 2002. project has an excellent reputation both in Germany and abroad thanks to the high quality level and continuity of the art it has produced.

We strongly regret Deutsche Wohnen AG's decision in this matter. The high and continuously increasing numbers of applications from artists wishing to participate in 'Pilotprojekt Gropiusstadt' are an indicator of the project's popularity and continued relevance. We will continue to initiate art projects and fully dedicate ourselves to acting and campaigning for art that uses the methods of temporary public interventions and refuses to be compromised - in short, for art which doesn’t engage in ‘event culture’.

Birgit Anna Schumacher and Uwe Jonas
Initiators and curators

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Pilotprojekt Gropiusstadt (For english version scroll down)

Internationales Residenzprogramm für Künstler/innen

Seit 2002 werden im Rahmen des „Pilotprojekt Gropiusstadt“ kontinuierlich Künstler/innen eingeladen, Ideen für temporäre Interventionen im öffentlichen Raum der Berliner Gropiusstadt zu entwickeln und umzusetzen. Diese Ideen gewinnen die Künstler/innen vor Ort: Die Deutsche Wohnen AG stellt eine Wohnung im Gebiet für ihren Aufenthalt bereit. Die Interventionen der Künstler/innen in den Gropiusstädtischen Alltag changieren zwischen Aktionen, die Bewohner/innen des Gebiets miteinbeziehen, und kleinen, scheinbar unspektakulären Eingriffen in die gegebene Materialität der Umwelt.

Die Gropiusstadt
Am süd-östlichen Stadtrand Berlins, dort, wo die ehemalige Grenze zur DDR verlief und man über brandenburgische Felder blickt, liegt die Gropiusstadt, die älteste Berliner Trabantenstadt mit „Plattenbauflair“, in der heute etwa 37.000 Menschen wohnen. Die Gropiusstadt wurde in den 1960er und 1970er Jahren nach einem „Masterplan“ von Walter Gropius erbaut, jedoch mit einer Bebauungsdichte und -höhe versehen, die nicht in seinem Sinne war. Die ungewöhnliche Häufung öffentlicher Grünflächen, die sich großzügig zwischen den Hochhäusern ausdehnen, lassen jedoch das in den 1950er Jahren diskutierte Leitbild der „Stadt-Landschaft“ erahnen und verleihen der Gegend eine fast dörflich anmutende Atmosphäre.

Die Künstlerwohnung
Die Wohnung, in der die Künstler/innen wohnen (in der Regel zunächst für die Dauer einer Woche), befindet sich im 15. Stock eines Hochhauses im südlichen Bereich der Gropiusstadt. Sie verfügt über ein Wohn- und Arbeitszimmer, ein Schlafzimmer, Küche, Bad und Balkon. Alle Räume sind funktional eingerichtet und zum Wohnen und Arbeiten bestens ausgestattet. Der Ausblick aus der Wohnung über die brandenburgischen Felder und auf die umgebenden Hochhäuser der Gropiusstadt, die manch einem zugleich befremdlich und exotisch vorkommen mag, sowie die Eindrücke, die die Gropiusstadt und ihre Bewohner/innen bei den Künstler/innen hinterlassen, inspirieren die meisten von ihnen, hier künstlerisch aktiv zu werden. Im Gegensatz zu anderen Residenzprogrammen übt das Pilotprojekt Gropiusstadt jedoch keinen Leistungsdruck auf die Künstler/innen aus: Ihr Aufenthalt vor Ort kann auch einfach dazu genutzt werden, aus dem Alltag zu flüchten, und in der ungewohnten Umgebung Ruhe zu finden und neue Energie zu tanken.

Die künstlerischen Realisierungen
Künstlerische Ideen, die im Zuge des Wohnens im Gebiet und der Auseinandersetzung mit ihm entstehen, können u.U. schnell in die Tat umgesetzt werden, soweit sie keine größeren logistischen und materiellen Ressourcen benötigen. Alle Arbeiten, die im Rahmen des Projekts verwirklicht werden, sollen temporären Charakter haben und für die Umsetzung im öffentlichen Raum konzipiert sein. Aufwendigere und langfristiger vorzubereitende Arbeiten können zu einem späteren Zeitraum realisiert werden. Das Konzept der „kleinen Eingriffe“ des Projekts sieht vor, unspektakulären und „stilleren“ Realisierungen, die zumeist ohne Vorankündigung in der Gropiusstadt wie selbstverständlich „passieren“, den Vorzug gegenüber Arbeiten zu geben, die mehr in den Medien als in den Bewohner/innen der Gropiusstadt ihre Zielgruppe sehen. Dieser Strategie liegt eine Auffassung zugrunde, die schon in den 1970er Jahren diskutiert wurde: Kunst gehört zum Leben dazu, sie muss nichts entferntes und nichts mythisch auf den Sockel erhobenes sein. Das Projekt versucht, die Aufmerksamkeit der Künstler/innen direkt auf die Menschen und ihr Leben in der Gropiusstadt zu lenken, und sie Arbeiten entwickeln zu lassen, die für die Bewohner/innen der Gropiusstadt gedacht sind.
Bei den Umsetzungen ihrer Ideen arbeiten die Künstler/innen in enger Abstimmung mit den Kurator/innen. Die für die Realisierungen benötigten Materialien können zumeist aus dem Projektbudget finanziert werden. Künstlerhonorare werden nicht gezahlt. Nicht-Berliner Künstler/innen, die eingeladen werden, erhalten ihre Reisekosten bis zu einem abgesprochenen Höchstbetrag zurück erstattet.

Kontakt:
Birgit Anna Schumacher
Stargarder Str. 13
10437 Berlin
birgit_schumacher@web.de

Das Projekt wird von der Deutsche Wohnen AG gefördert (bis 2008 GEHA von der GmbH) und in Kooperation mit dem Kulturnetzwerk Neukölln e.V. durchgeführt.
Idee und Konzept: Birgit Anna Schumacher und Uwe Jonas

Projektleitung: Birgit Anna Schumacher (bis 2008: Schumacher & Jonas)
Assistenz 2009: Jenny Rosemarie Mannhardt

Links zu anderen Projekten von Schumacher & Jonas:
Areale Neukölln (2001): http://www.areale-neukoelln.de
Okkupation (2004 - 2006): http://www.okkupation.com
space-thinks (2008): http://www.space-thinks.de


Pilotprojekt Gropiusstadt

International Artists-in-Residence Program

Since 2002 artists can be invited to participate in the „Pilotprojekt Gropiusstadt“ to create ideas for temporary interventions in the public space of Gropiusstadt, Berlin. The artists develop their ideas during a stay in the area: the Deutsche Wohnen AG provides an apartment which is located in Gropiusstadt. The works done by the artists try to intervene in or interfere with normal daily life in Gropiusstadt, they can be kinds of actions which involve the inhabitants or just small interventions in the environment.

Gropiusstadt
Gropiusstadt, a satellite town situated on the outskirts of Berlin, was built in the 1960’s and 1970’s. Its most prominent feature is its 10 to 25 storied building-development. The original plans from Walter Gropius were reworked later by others to house more people. Its current population is approximately 37,000.

The artists flat
The apartment where the artists live is located on the 15th floor of a apartment-block. It provides a huge live- and working room as well as a bedroom, kitchen and bathroom. All rooms are furnished functionally and can adequately house an artist staying from one week (German and European artists) to two weeks (artists from outside of Europe). Situated in the south of Gropiusstadt the flat offers a view over the rural landscape in the south as well as over the surrounding skyscrapers of Gropiusstadt. Most of the artists are inspired by this view as well as by the impressions of daily life in Gropiusstadt and create ideas for artistic approaches. In contrast to other residence programs artists of the Pilotprojekt Gropiusstadt are not forced to realize a project: they can simply use the opportunity to escape their regular hum-drumlives and tank new energy, or concentrating on photographic, literary or journalistic work, or by using the time for reflection.

Projects in public space done by the artists
The project is supposed to be not only "art in public space" but also "art for the general public". Artists are motivated to investigate the given context in a more “quiet” manner. Interventions, which in this project are meant to remain confined to rather small-scale, unobtrusive interferences, are directed at the resident population. The concept of the project is to advance interferences which generally just „happen“ in the area without being announced. The background of this attitude was already discussed in the 1970’s: art should be something which belongs to normal life. Therefore the project tries to attract the artists attention to the inhabitants of Gropiusstadt and their daily life and motivates them to develop ideas which are dedicated to them.
Artistic ideas coming out of the artists stay can be immediately realised or can be planned to be realized at another period of the year, logistics and resources allowing and taking into account that all projects must be of temporary nature and of an outside character.
In the processes of realizing their ideas the artists work close together with the curator. In this project exchange and open discussion about the intended work of art are important components.
Needed materials for interventions can be paid, but artists fees cannot be provided. Non-resident artists are paid their travel costs up to a maximum amount agreed on.

Birgit Anna Schumacher
Stargarder Str. 13
10437 Berlin, Germany

Contact
birgit_schumacher@web.de

The project is financed by Deutsche Wohnen AG (until 2008 by GEHAG GmbH). Cooperating partner of the project is the Kulturnetzwerk Neukölln e.V.
Idea and concept: Birgit Anna Schumacher and Uwe Jonas

Project management: Birgit Anna Schumacher (until 2008: Schumacher & Jonas)
Assistance in 2009: Jenny Rosemarie Mannhardt

Links to other projects curated by Schumacher & Jonas:
Areale Neukölln (2001): http://www.areale-neukoelln.de
Okkupation (2004 - 2006): http://www.okkupation.com
space-thinks (2008): http://www.space-thinks.de